Jan Steinbrener

Er wurde am 17. Juli 1835 geboren, sein ursprünglicher Beruf war Buchbinder. Seit 1855 druckte er zuerst mit einer Handpresse, später mit einer Schnellpresse. Das Haus Nr. 3, wo er druckte, stand in der ehemaligen Schulstraße und wurde nach seinem Hauszeichen „Zum Elefanten“ genannt. In diesem Haus druckte er nur eine Auflage und in einer Sprache. Beim großem Stadtbrand im Jahr 1861 brannte das Haus ab. Johann Steinbrener baute das Haus mit enormem Aufwand wieder auf, und die Produktion wurde wieder aufgenommen. Auch die Mitarbeiterzahl wurde immer größer. Im Jahre 1867 waren 4 Buchbindergesellen angestellt, 3 Jahre später waren es schon 15 Mitarbeiter. Das Informationssystem der öffentliche Verwaltung, obr: 29Für seine Produktion kaufte Steinbrener schrittweise Machinen. Im Jahre 1870 benutzte er nur eine kleine Schnellpresse, ein Jahr später kaufte er noch eine dazu. An Stelle der Stadtmühle, am linken Ufer des Flusses Volyňka, erbaute er einen neuen Betrieb, in dem die Produktion am 17. Februar 1872 aufgenommen wurde. Steinbrener druckte ursprünglich nur Gebetbücher, seit 1875 begann er auch Kalender zu drucken. Er nutzte deren Beliebtheit und die vor allem auf dem Land erhöhte Nachfrage, und mit dieser Produktion sicherte er die weitere Firmenentwicklung.

Im Jahr 1873 nahm er zum ersten Mal an der Weltausstellung in Wien teil, wo er zahlreiche Geschäftskontakte vor allem mit amerikanischen Firmen knüpfte. Sein erstes Buchlager im Ausland eröffnete er 1877 in Wien. Im Jahr 1890 kam das zweite Buchlager in Budapest dazu, und in demselben Jahr wurde auch das Buchlager in New York gegründet. Im Jahr 1910 hatte Johann Steinbrener seine Lager in zehn europäischen Städten.

Das Informationssystem der öffentliche Verwaltung, obr: 30

Und in Vimperk musste man hart arbeiten, um die Nachfrage der Weltmärkte decken zu können. Bereits im Jahr 1880 wurden hier 128 Auflagen in 3 Weltsprachen gedruckt, im Jahr 1890 waren es schon 320 Auflagen in 6 Sprachen, 1900 insgesamt 490 Auflagen in 11 Sprachen und im Jubiläumsjahr 1930 (75-jähriges Firmenjubiläum) sogar 1.060 Auflagen in 23 Sprachen.

Bis zu diesem Jubiläum wurden im der Druckerei in Vimperk 34.486.000 Kalender und über 96.000.000 verschiedene Gebetbücher gedruckt.

Die steigende Kalenderproduktion zeigt die folgende Tabelle:

Jahr Kalender gedruckt
1875
1883
1894
1907
1915
8 000
120 000
464 000
1 000 000
1 300 000

Außer Gebetbüchern und Kalendern wurden in Vimperk auch Jugendbücher, kleine gelegentliche Drucke, Plakate, Einladungen und andere Bücher mit verschiedenem Inhalt gedruckt.

Das Informationssystem der öffentliche Verwaltung, obr: 31Es wurden mehr als 500 Arten von Gebetbüchern in 20 Sprachen, Kalender in 8 Sprachen mit einer Jahresauflage von 1.250.000 Ausdrücken gedruckt. In der Druckerei fanden nicht nur Typographen, Buchdrucker, Buchbinder und Hilfspersonal, sondern auch Gravierer, Maler und Vergolder ihren Arbeitsplatz.

Die Produkte der Druckerei Steinbrener erreichten Weltruhm nicht nur durch ihre Druckqualität, sondern auch durch ihre gute buchbinderische Qualität. Die geschickte Hände der Drucker und Buchbinder sandten künstlerisch reich geschmückte Bücher in wunderschönen Leinen-, Leder-, Zelluloid-, Horn-, Elfenbein-, Schildpatt-, Perlmutter- und Schlangenhauteinbänden in die Welt. Die Entwicklung dieser Buchdruckerei hatte einen starken Einfluss auf das wirtschaftliche Wachstum und Leben der Stadt. Nachdem das erste Fabrikgebäude erbaut worden war, wurden auch andere Gebäude erbaut: an der Kleinen Mühle am rechten Ufer, und an der Paulik-Mühle am linken Ufer des Flusses Volyňka. Da wurde später auch ein Wasserkraftwerk erbaut, das seit 1898 die ganze Stadt und das nahe gelegene Dorf Skláře mit elektrischem Strom versorgte. Im Betrieb wurde elektrische Beleuchtung schon 3 Jahre vorher installiert. Außerdem wurden auch das Waisenhaus in Hrabice, das Haus „Rupertinum“ für Pensionäre in der Stadt und fast 30 meist doppelstöckige Häuser für Firmenmitarbeiter erbaut.

Das Informationssystem der öffentliche Verwaltung, obr: 32

Johann Steinbrener bekleidete eine Reihe von verschiedenen öffentlichen Funktionen und starb am 6. Mai 1909 im Alter von 74 Jahren. Er hinterließ zwei Söhne – Johann (geb. 1863) und Ruprecht (geb. 1866) und fünf Töchter. Ab 1905 waren beide Söhne Mitbesitzer der Druckerei.