13. Bürgerhäuser am Marktplatz (Nr. 7, 9, 13, 18, 34, 35, 37, 39, 40, 43, 44, 45)

Touristisches Informationssystem, obr: 322 title=

Der langgezogene Marktplatz von Vimperk fällt vom Westen zum Osten hin stark ab. Der Großteil der reichen Stadtgeschichte spiegelt sich heute kaum mehr in der Gestalt der Häuser, denn die heutige Gestalt des Marktplatzes formte der katastrophale Brand im Jahre 1904, der fast die Hälfte der am Marktplatz stehenden Häuser zerstörte und die oberirdischen Teile vieler anderer Häuser beschädigte. Die Giebel aus der Renaissance- oder Barockzeit verschwanden, und der gesamte Marktplatz erhielt durch schnelle Umbauten in den Jahren 1904 - 1905 vor allem im Jugendstil mit einigen Elementen der historisierenden Baustile des 19. Jahrhunderts. Am 27. Juli 2015 wurde an einem Haus die Gedenktafel zum ewigen Andenken an die Opfer des Brandes und an beeinflussten Feuerwehr gepflanzt.

Vimperk wurde zwar dadurch für die Fernsehserie über die Stadtarchitektur „Šumná města“ attraktiv, aber die authentische architektonische Gestalt der Stadt ging verloren. Die heutige Gestalt der Häuser am Marktplatz stimmt mit der mittelalterlichen Ausrichtung des Marktplatzes nicht überein.

Der ursprüngliche mittelalterliche schräge und straßenartige Marktplatz liegt auf einem Felsvorsprung, und die Straßen in seiner Achse führten zu zwei Stadttoren - zum Oberen und Unteren Stadttor. Die Häuser am Marktplatz haben gothische Fundamente und stehen an ihrem ursprünglichen Platz. Im Erdgeschoss gab es Kellerräume, der erste Stock wurde bewohnt. Bei einigen Häusern, z. B. Nr. 8/43, 10/40 oder 13/13, blieben bis heute die ursprünglichen kreuzgewölbten Flure und die Steinumrahmung der Eingangsportale erhalten. Beispiele für die Fassadendekoration vor dem großen Feuer sind am neu renovierten Haus Nr. 7 in der Südostecke des Marktplatzes zu sehen – rechts die Barockform und links die bunte Renaissancedekoration.

Bei Häusern, die im Jugendstil rekonstruiert wurden, gibt es einige beachtenswerte Beispiele dieses Baustils - Nr. 38, Nr. 20 und Nr. 15 mit interessanten gegliederten Giebeln oder das stilreine Haus Nr. 14.