3. Stadtmauern und Schwarzes Tor

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Besondere Anmut und ein steingewordenes Zeichen des mittelalterlichen Wunsches nach Verteidigung und Schutz vor der rauhen Welt verleihen der Stadt Vimperk ihre außergewöhnlich gut und vollständig erhalten gebliebenen Stadmauern. Das Recht auf Befestigung erhielt Petr Kaplíř von Sulevice im Jahre 1479 vom böhmischen König Vladislav Jagiello, zeitgleich mit der Erhebung Vimperks zur Stadt. Die Ortschaft wurde von den Stadtmauern in der Zeit umschlossen, als das Aufkommen immer besserer Schußwaffen langsam das Ende der Zeit der mittelalterlichen Befestigung ankündigten. Das änderte aber nichts daran, dass Vimperk inmitten der Natur zu einem außergewöhnlichen und anmutigen Ort wurde. Die Stadtmauern wurden mit den Burgmauern verbunden und die gesamte Befestigung durch Basteien und vier Tore ergänzt. Durch das Tor unterhalb des Marktplatzes gingen Säumerzüge entlang des Goldenen Steigs in Richtung Passau.


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Die Stärke und die Widerstandsfähigkeit der Stadtbefestigung hätten zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs bei der zweifachen Belagerung der Stadt vom Standes- oder Kaiserheer (1619 und 1620) getestet werden können. Dies war aber nicht der Fall. Denn die Verteidiger der Stadt ergaben sich schon nach kurzem Kampf, und die Stadmauern blieben erhalten. Sie hätten der zeitgenössischen modernen Artillerie wohl ohnehin kaum Widerstand leisten können. Durch die schnelle technische Entwicklung wurden mittelalterliche Festungen von einem militärischen Verteidigungsmittel zunehmend zu einem Hindernis der weiteren Stadtentwicklung. Die Teile der Stadtmauern, die das massive Abtragen im 19. Jahrhundert überstanden, stellen heute eine touristische Attraktion dar. Vimperk hatte Glück: in der Stadt blieben die Stadtmauern im gesamten Umfang der mittelalterlichen Stadt (mit Ausnahme von einigen Stellen an der westlichen Seite), 6 Basteien und das sogenannte Schwarze Tor unter der Burg mehr oder weniger erhalten. Einige Teile bieten einen schönen Blick, z.B. eine große Bastei über dem Marktplatz mit einer pittoresken Mischung von kleinen Häuschen am später ausgebrochenen Pförtchen über dem Tale des Flusses Volyňka.